Philips Lumea Precision Plus – meine Erfahrungen mit IPL-Haarentfernung

Hallo zusammen! Haarentfernung ist bei mir schon immer ein leidiges Thema gewesen – Rasieren irritiert meine Haut extrem, Epilieren und Waxen schmerzt bei mir unheimlich und führt bei zu blauen Flecken, Haarentfernungscreme blieb stets wirkungslos. Umso größer war die Freude, als ich Anfang Mai die Möglichkeit bekam, eine noch relativ junge Technik auf Herz und Nieren zu testen: die IPL-Haarentfernung mit dem Philips Lumea Precision Plus**. Bei dem Philips Lumea Precision Plus handelt es sich um ein Gerät zur dauerhaften Haarentfernung, welches für die Anwendung zu Hause bestimmt ist.

Wie funktioniert die dauerhafte Haarentfernung mit IPL-Technologie?

Bei der IPL-Technologie (kurz für Intense Pulsed Light-Technologie) handelt es sich um den Nachfolger der Laser-Technologie. Während bei der Laser-Technologie jedoch noch jedes Haar einzeln verödet werden musste, kann man mit der IPL-Technologie mehrere Haare auf einmal behandeln.

Die IPL-Technologie des Philips Lumea Precision Plus ist abgeleitet von Technologien, die in professionellen Beautysalons zur Haarentfernung genutzt werden, jedoch ist die Lichtstärke des Philips Geräts geringer als bei denen, die für den professionellen Gebrauch bestimmt sind.

Haare mit Licht entfernen – Wie genau soll das funktionieren? Das Haarwachstum ist ein zyklischer Prozess und lässt sich in drei Phasen unterteilen: Wachstumsphase (Haar wächst), Abbauphase (Haar wächst nicht mehr und ist kurz davor, abgestoßen zu werden) und Ruhephase (Haar wächst nicht, bis es vom Körper den Impuls bekommt, wieder in die Wachstumsphase überzugehen). Ziel ist es, dass das Haar dauerhaft in die Ruhephase übergehen zu lassen – und dies wird durch die Stimulation mit den energiereichen Lichtimpulsen aus dem Philips Lumea Precision Plus erreicht. Um das Haar mit den Lichtimpulsen in die Ruhephase übergehen zu lassen, muss der Philips Lumea Precision Plus verwendet werden, wenn das Haar in der Wachstumsphase ist. Da sich nicht alle Haare zeitgleich in derselben Wachstumsphase befinden, muss die Anwendung zunächst vier- bis fünfmal in einem Abstand von je 2 Wochen durchgeführt werden, bis man komplett haarfrei ist. Ist man komplett haarfrei, muss die Behandlung noch noch ca. alle 2 Monate wiederholt werden.

Ich wurde auch schon mehrfach gefragt, ob die Anwendung des Geräts Hautkrebs verursachen würde. IPL-Geräte können anders als UV-Strahlen zwar keinen Hautkrebs auslösen, da das Lichtspektrum ein anderes ist, allerdings kann es, wenn Muttermale, hinter denen sich eine Krebsvorstufe versteckt, das Fortschreiten oder Ausbrechen einer Krebserkrankung auslösen. Komplett unbedenklich ist die Haarentfernung mittels IPL-Technologie also auch nicht. Weitere Risiken sind u.a. Narben, Verbrennungen und Pigmentstörungen, wobei man dies eher bei stärkeren Studio-Lasern als bei den vergleichsweise schwachen Technologien für die Heimanwendung zu befürchten hat.

Für wen ist die Haarentfernung mit IPL-Technologie geeignet?

Die IPL-Technologie funktioniert, weil das Licht sich im Melanin, den dunklen Farbpigmenten, des Haares bündelt und dort in Wärmeenergie umgewandelt wird. Damit das funktioniert, muss das zu entfernende Haar deutlich dunkler sein als die Haut. Je größer also die Kontrast zwischen Haut- und Haarfarbe ist, desto besser funktioniert es. Für Menschen mit heller Haut und dunkler, fast schwarzer Körperbehaarung eignet sich die dauerhafte Haarentfernung mit der IPL-Technologie am meisten. Ob euer Farbtyp für die Haarentfernung mit IPL-Technologie geeignet ist, könnt ihr hier nachschauen.


Philips Lumea Precision Plus

Philips Lumea Precision Plus
Philips Lumea Precision Plus – Lieferumfang

Für einen Preis von aktuell rund 429€ erhält man den Philips Lumea Precision Plus, drei Aufsätze (4cm² Körperaufsatz, 2cm² Gesichtsaufsatz, 2cm² Bikiniaufsatz für die Bikinizone), ein Ladegerät, ein Mikrofasertuch zur Reinigung des Geräts und der Aufsätze, eine Aufbewahrungstasche sowie eine ausführliche Anleitung, eine Kurzanleitung und eine Garantiekarte. Was ich wirklich sehr, sehr schade finde: Mit dem Gerät kann man ca. 140.000-mal blitzen, danach gibt die Lampe ihren Geist auf. Ersatzlampen bietet Philips nicht an. Bei fachgerechtem und regelmäßigem Gebrauch am ganzen Körper soll das Gerät ca. 5 Jahre halten. Nach ca. 5 Jahren muss also ein neues Gerät angeschafft werden – ein Paradebeispiel für geplante Obsoleszenz!

Das Design ist modern und ansprechend, das Gerät liegt gut in der Hand und ist solide verarbeitet. Mein einziger Kritikpunkt: Man hätte dem Gerät ruhig eine längere Akkulaufzeit spendieren können. Wenn ich Achseln, Bikinizone und Beine an einem Tag machen möchte, muss ich den Akku zwischendurch nachladen oder das Gerät im Netzbetrieb verwenden.


Philips Lumea Precision Plus – Die Anwendung

Philips Lumea Precision Plus
Philips Lumea Precision Plus

Ich habe den Philips Lumea Precision Plus seit Anfang Mai alle zwei Wochen an den Beinen, der Bikinzone und anfänglich auch unter den Achseln verwendet. Die Verwendung unter den Achseln habe ich jedoch relativ schnell eingestellt, weil ich das Gerät an den Achseln immer sehr fest aufdrücken musste, was bei mir zu Schmerzen in dem empfindlichen Drüsengewebe führte.

Zunächst zur Anwendung: Das Gerät wird auf frisch rasierter Haut angewendet. Nicht verwenden sollte man das Gerät auf Blutergüssen und verletzter, entzündeter oder irritierter Haut. Weitere Kontraindikationen sind dem Handbuch zu entnehmen. Muttermale sollten mit einem weißen Kajalstift abgedeckt werden, den Grund dafür habe ich weiter oben genauer ausgeführt. 24h nach der Anwendung soll man gar nicht in der Sonne, zwei Wochen danach nur mit Sonnenschutz (LSF30+), aber das machen wir ja eh, oder 😉 ?

Nach dem Anschalten ist das Gerät sofort betriebsbereit. Ich stelle die zu meinem Farbtyp passende Lichtintensität (in meinem Fall die maximale Stufe) ein und setze das Gerät im 90°-Winkel auf die Haut auf. Das Gerät enthält einen Sensor, der erkennt, ob das Gerät richtig auf der Haut aufliegt. Wenn dies der Fall ist, leuchtet die Kontrollampe grün und ich kann durch einen Druck auf den großen Knopf in der Mitte des Geräts den Lichtimpuls auslösen. Dies mache ich so lange, bis ich jede zu enthaarende Stelle mindestens einmal geblitzt habe. Damit ich nicht durcheinander komme oder eine Stelle doppelt blitze, markiere ich gerne mit einem weißen Kajal, welche Stellen ich schon geblitzt habe.

Was mir sofort positiv aufgefallen ist: Die Behandlung ist annähernd schmerzfrei. An den Beinen fühlt sich das Blitzen nur leicht heiß, aber nicht unangenehm an. In der Bikinizone, wo die Haut empfindlicher ist und ich mit einem Aufsatz blitze, der die Lichtintensität verstärkt, ist das Blitzen teilweise leicht unangenehm/schmerzhaft (Epilieren ist für mich jedoch um ein Vielfaches schmerzhafter!). Ich könnte in diesem Fall natürlich die Lichtintensität verringern, allerdings würde dadurch das Ergebnis beeinträchtigt, weshalb ich mir dann lieber sage: Augen zu und durch 😉 ! Unmittelbar nach dem Blitzen ist die Haut teilweise etwas gerötet und irritiert, nach wenigen Stunden sind Rötung und Irritation jedoch komplett verschwunden.


Philips Lumea Precision Plus – Meine Erfahrungen

Die Frage aller Fragen lautet natürlich: Bin ich durch den Philips Lumea Precision Plus komplett haarfrei geworden? Leider nein! Komplett und dauerhaft wurden die Haare nicht entfernt, allerdings wachsen die Haare deutlich langsamer und dünner nach, sodass ich meine Beine statt früher alle 1-2 Tage nur noch einmal pro Woche rasieren muss. Wie gut das Lasern funktioniert, hängt jedoch auch von der Haardicke ab: An den Beinen, wo die Haare nicht so dick sind, war ich nach vier Anwendungen zu mehr als 95% haarfrei. In der Bikinizone, wo die Haare dicker sind, gestaltete sich das Ganze deutlich schwieriger. Nach vier Anwendungen waren die Haare lediglich ein wenig ausgedünnt, weit mehr als 50% der Haare waren noch vorhanden.

Philips Lumea Precision Plus
links: nach dem ersten Blitzen, anschließend 2 Wochen nicht rasiert; rechts: nach dem zweiten Blitzen, anschließend eine Woche nicht rasiert

Das Versprechen, dass man nach 4-5 Anwendungen haarfrei ist und nur noch ca. alle 2 Monate (nach Bedarf) nachbehandeln muss, wurde jedenfalls definitiv nicht gehalten. Dass die Intervalle zwischen den einzelnen Anwendungen immer größer werden, konnte ich bisher nicht feststellen. Ich werde das Gerät aber auf jeden Fall weiterverwenden und euch – wenn ihr Lust darauf habt – ggf. in ein paar Monaten nochmal ein Update geben.


Fazit

Ich bin mit dem Philips Lumea Precision Plus teilweise zufrieden.

Sehr gut gefällt mir, dass die Anwendung sehr einfach und annähernd schmerzfrei ist. Leider bin ich durch die Behandlung mit dem Philips Lumea Precision Plus jedoch nicht wie vom Hersteller versprochen innerhalb von 8 bis 10 Wochen komplett haarfrei geworden. Auch haben sich die Abstände zwischen den Behandlungen nicht wie versprochen vergrößert, ich muss aktuell noch ca. alle 2 Wochen nachblitzen. In diesem Punkt ist der Philips Lumea Precision Plus also für mich – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – eher mit einem Epilierer oder Waxing als einer professionellen Laserhaarentfernung zu vergleichen.

Gerade im Sommer ist das verzögerte Haarwachstum eine große Entlastung, da meine Beine so auch ohne tägliches Nachrasieren stoppelfrei bleiben. Ob mir das jedoch 429€ wert wäre? Vermutlich nicht. Ich würde mich eher nach günstigen Alternativen wie dem Silk’n Glide (ca. 125€) oder dem Beurer IPL 7000 (ca. 140€) umsehen. Bei einem Preis von über 400€ erwarte ich schon, dass ich komplett und dauerhaft haarfrei werde und nicht mehr alle 1-2 Wochen zum Rasierer greifen muss …

Oder wie seht ihr das?


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10 thoughts on “Philips Lumea Precision Plus – meine Erfahrungen mit IPL-Haarentfernung”

  • Oha, da bin ich ja voll geeignet 😀 Obwohl…mit der ganzen Sorge um Blutergüsse und Muttermale, wäre ich ja schon wieder total raus.
    Das Ergebnis lässt sich ja schon sehen, doch ich hatte auch irgendwie mit mehr Entfernung gerechnet, schade.
    [Doch da würde die Industrie an uns ja nichts mehr verdienen, wenn es wirklich für immer wäre, oder? ;)]

    • Haha, ja, Sachen die wirklich zu 100% funktionieren sind blöd, da probiert man ja gar nix Neues mehr auch und es spült kein $$$ mehr in die Kassen 😉 … Viel Grüße!

  • Danke für dein Bericht.Ich gehöre leider auch zu den Menschen die bleich sind und eher dunklere Haare haben.Das Ergebnis ist nicht schlecht aber beim lesen habe ich irgentwie mehr erwartet und wie du schon sagst vor allem bei dem Preis.Das mit den fünf Jahre halten finde ich aber auch schrin dreist. LG

    • Den einzigen Vorteil, den ich aktuell zu anderen, deutlich günstigeren semi-permanenten Haarentfernungsmethoden sehe, ist Zeitersparnis und Schmerzfreiheit. Das rechtfertigt in meinen Augen aber nicht einen Preisunterschied von mehreren 100€, zumal das Gerät ja auch noch alle paar Jahre ausgetauscht werden muss. Wie du schon sagt, ich hatte einfach mehr erwartet. Viele Grüße!

  • Ich hatte mir ein Gerät 2009 oder so gekauft und ich bin mega begeistert. Am Anfang war ich skeptisch, nachdem ich die Gebrauchsanleitung gelesen hatte. Vorher war von den ganzen Risiken nichts zu erfahren – auch nicht im Internet, weil die Technik damals ganz neu war. Mein IPL stand fast ein 3/4 Jahr rum, bevor ich mich ran wagte. In der Verwandtschaft habe ich eine Frau, die bereits Erfahrung mit IPL gemacht hatte, während sie in Amerika war. Nachdem sie mir darüber erzählte, wagte ich dann den ersten Versuch.

    Ging alles supi und nach ein paar Mal kommt man damit echt super zurecht. Dein Modell finde ich wesentlich handlicher, allerdings kann ich bei meinem Gerät die Lampen auswechseln. Da ich es schon seit vielen Jahren nicht mehr brauche, verleih ich es einfach im Freundeskreis. Ist halt blöd, dass die ILP Geräte so viel kosten, aber man sie nicht oft benutzt, wenn das mit der dauerhaften Haarentfernung klappt. Sinnvoll ist echt, wenn man sich den Kaufpreis im Freundeskreis teilt. Ist ja meist nicht schwer, Freundinnen zu finden, die das Lichtblitzen anwenden können und wollen. LG, Steffi

    • Danke für deinen lieben Kommentar! Oh, du brauchst ihn mittlerweile gar nicht mehr, auch nicht mehr zum „nachblitzen“? Das ist ja cool 😀 ! Wäre toll, wenn das bei mir in ein paar Monaten auch so wäre. Viele Grüße!

    • Huhu, leider nein! Komplett haarfrei bin ich nie geworden, die Anwendung muss bei mir ca. alle 2-4 Wochen wiederholt werden, sonst sprießen die Härchen wieder 🙁 . Ich plane, zum Sommer hin nochmal ein ausführliches Update zu tippen! LG

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