Blog vs. Realität – Die Jagd nach dem perfekten Blogfoto

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Blog vs. Realität

Hallo zusammen! Spätestens seit dem tränenreichen Video von Essena O’Neill fragen sich viele Social Media-Nutzer, wie real das ist, was sie tagtäglich in ihrer Timeline zu sehen bekommen. Passenderweise stellte Sissy vor ein paar Wochen auf Twitter die Frage, ob wir Beautybloggerinnen tatsächlich alle in unserer kleinen – natürlich mit weißen IKEA-Möbeln eingerichteten! – Blase leben, in der Schminktische immer perfekt aufgeräumt sind und niemals ein AMU in die Hose geht. Natürlich nicht! Aus dieser Idee entwickelte sich die Blog vs. Realität Blogparade, bei der ich sowie 18 andere Beautybloggerinnen euch einen kleinen Blick hinter die Kulissen gewähren. Da Fotos ein integraler Bestandteil, wenn nicht der Hauptbestandteil eines Beautyblogs ist, soll es bei heute um die Jagd nach dem perfekten Blogfoto gehen!

Von Doppelkinnen, schlechter Belichtung und heftiger Bearbeitung

Blog vs. Realität

Jeder, der schon mal ein Selfie geschossen hat, weiß, wie der Hase läuft. Erstmal sind gefühlt 95 von 100 Fotos, die man aufnimmt, grundsätzlich Schrott und werden aussortiert. Auf dem einen hat man mehr Kinne als Finger an der Hand, das nächste ist hoffnungslos überbelichtet, auf dem wiederum nächsten lacht man eher grenzdebil als sympathisch etc. pp. … Ihr kennt das sicher! Aus den Bildern, die halbwegs in Ordnung sind, wählt man das annehmbarste aus und bearbeitet es bis zur Unkenntlichkeit in Photoshop – fertig ist das neue Facebook-Profilbild!

Fun fact: Im Teeniealter habe ich meine Profilbilder (damals noch auf schülerVZ) so stark bearbeitet, dass ich tatsächlich mehrmals Kommentare wie: „Oh, da siehst du aber hübsch aus! Hätte dich gar nicht erkannt!“ erhielt. (Du mich übrigens auch, Kevin*!)

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Beautyblogger Lifehack #1: Mache von jedem Look 100 Fotos, weil gefühlte 95 unbrauchbar sein werden!

Warum ich Photoshop auf dem Blog nur sparsam einsetze

Mittlerweile habe ich der heftigen Bearbeitung abgeschworen und bearbeite bei meinen Bildern hauptsächlich Helligkeit, Kontrast und Bildausschnitt. Ab und an kommt das Stempelwerkzeug zum Einsatz, um Fussel, Haare, Pickel oder Muttermale, die mMn sonst das Gesamtbild trüben würden, zu retuschieren. Wenn sie gut gemacht ist, habe ich übrigens auch nichts gegen eine extreme Retusche, aber wenn sich jemand 50kg schlanker retuschiert, sodass sich im Hintergrund die Türrahmen biegen oder eine Bloggerin statt der für sie charakteristischen Cleopatra-Nase plötzlich ein kleines, weichgezeichnetes Stupsnäschen hat, dann entweckt mir das schon manchmal das ein oder andere schadenfrohe Lächeln, ich bin halt auch nur ein Mensch 😉 .

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Eine für mich typische Bearbeitung: Helligkeit, Kontrast, Bildausschnitt und Pickel/Muttermale wegretuschiert

Warum ich Photoshop auf dem Blog nur sparsam einsetze? Exzessiv bearbeitete Bilder auf Beautyblogs verfehlen in meinen Augen oftmals ihren Zweck, war es doch ursprünglich der Grundgedanke von Beautyblogs, dass sie zeigen, wie Produkte an ganz normalen Menschen wie Du und Ich aussehen. Mit der zunehmenden Kommerzialisierung der Beautyblogs nähern wir uns mittlerweile wieder an die Medien (Frauenzeitschriften, TV, …) an, von denen wir uns einst ganz gezielt distanzieren wollten, weil zu unauthentisch, unglaubwürdig. Diese Entwicklung sehe ich durchaus kritisch. Und in manchen Fällen ist es schlichtweg nichtssagend oder gar irreführend, wenn man extrem bearbeitete Bilder präsentiert. Welchen Mehrwert haben beispielsweise Tragebilder einer Foundation, die mit dem Weichzeichner-Tool nachbearbeitet wurden? Da muss man sich als Leser doch schwer veräppelt vorkommen …


Jetzt seid ihr gefragt!

Wie steht ihr zum Thema Bildbearbeitung auf Beautyblogs? Wie viel Bearbeitung ist zu viel? Und an alle Beautyblogger: Gestaltet sich die Jagd nach dem perfekten Foto bei euch genauso schwierig wie bei mir?


Die anderen Teilnehmerinnen

01.02.2016: Modern Snowwhite
02.02.2016: Freaky like Gnui
03.02.2016: Sulfur and Cookies
04.02.2016: Lady Musja
05.02.2016: Generation Couture
06.02.2016: Obstgartentorte
07.02.2016: Lindchens World
08.02.2016: Cheana
09.02.2016: Moppis Blog
10.02.2016: She and her blog
11.02.2016: Schminktussis Welt
12.02.2016: Freakin Minds
13.02.3016: Missys Wahnsinn
14.02.2016: Danis Beautyblog
15.02.2016: Hydrogenperoxid
16.02.2016: Step to milkyway
17.02.2016: Miss Xtravaganz
18.02.2016: Stealmetics




* Name von der Reaktion geändert 😛

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20 thoughts on “Blog vs. Realität – Die Jagd nach dem perfekten Blogfoto

  1. Sandy

    da musstest du dich für dein doppelkinn foto aber ganz schön verbiegen XD da ist nämlich nichts 🙂 ich mache auch immer gefühlte 100 bilder.. okay mehr – aber von bearbeitung für den blog halte ich auch nichts.. okay ich habe auch kein programm dafür :-p deine retusche finde ich genau richtig, manchmal hat man echt probleme mit licht / kontrast oder einen störenden pickel. liebste grüße sandy

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    1. Stephie

      Oh, gar keine Bearbeitung? Krass! Ich bekäme ohne Bearbeitung gar keine wirklichkeitsgetreuen Swatches hin. Meine Fotos haben trotz Weißabgleich IMMER einen leichten Farbstich. Total doof 🙁 .

      Hahaha, dass man kein Doppelkinn hat, hört man gerne ^^. Ich denke immer, dass ich normalerweise habe, aber auf Fotos taucht es dann plötzlich immer auf … Man sagt ja immer, die Kamera fügt 7kg hinzu … kommt so in etwa hin 😀 .

      Liebe Grüße!

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      1. Sandy

        ich habe auch probleme bei den swatches gehabt – die waren irgendwie immer blaustichig. dann habe ich mir graukarten gekauft und nun bin ich happy ^^ mittlerweile knipse ich aber auch mit drei großen tageslichtlampen, daher geht es ohne bearbeitung ganz gut. wenn ich mal nen pickel habe, gibt es bei windows so eine funktion in der bildergallerie XD

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        1. Stephie

          Ich glaube manchmal, ich bin zu doof für den manuellen Weißabgleich an der Kamera … Habs schon mehrfach versucht, aber irgendwie kriege ich das nicht hin -.- Muss mich damit nochmal genauer befassen … Liebe Grüße!

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  2. Sissy

    Hey 🙂 Ein schöner Artikel, wo ich beim lesen 100 Mal mit dem Kopf nicken kann. Bei mir ist es genauso: früher habe ich Photoshop gerne exzessiv eingesetzt. Momentan habe ich aber so an Equipment aufgefahren, dass ich um Mitternacht ein Bild wie am sonnigen Nachmittag machen könnte: Dank der Softboxen! Meistens bin ich mit der richtigen Einstellung der Kamera und der richtigen Belichtung schon zufrieden, aber zurechtschneiden, den Kontrast erhöhen und eventuell eine Farbe pushen ist dann noch nötig. Wenn ich Bilder für SFX Makeup mache, dann kommt noch ein Hintergrund und eine creepy Beleuchtung dazu – aber das ist ja dann wieder was ganz anderes 😉

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    1. Stephie

      Danke dir! Ja, Softboxen bzw. gute Beleuchtung machen eine Menge aus! Finde aber auch, dass Softboxen/starke Beleuchtung so ein bisschen eine Mogelpackung sind … die zeichnen alles so wunderbar weich 😉 … im normalen Licht sieht man bzw. die Haut dann wieder ganz anders aus, aber das brauche ich dir ja sicherlich nicht erzählen ^^. Liebe Grüße!

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  3. Hana Mond

    Warum retouchierst du Muttermale weg? Die gehören doch zum Gesicht dazu … wen sollen die denn stören?
    Ich persönlich bitte nach Fotoshootings auch darum, meine Windpockennarben bitte nicht wegzuretouchieren (bzgl. würde es auch selbst nicht machen), weil die einfach Teil meines Gesichts sind und zu mir und meinem Erscheinungsbild gehören.

    Ich empfinde als Ideal-Retouche: Bildfaktoren (Licht, Ausschnitt, Hintergrund) – für mich völlig wurscht, wieviel da gedreht wird. Aber Gesichts-/Make-Up-Faktoren – lasst doch die Finger davon. Welchen Blogleser stört denn bitte ein Pickelchen, oder ein Mascara-Krümelchen? Das retouchiert man doch eher, weil man sich „perfektioniert“ zeigen möchte als weil man wirklich davon ausgeht, dass es Leser stört? Für Leser macht es den Blogger doch eher realer, näher, persönlicher, wenn man sieht, dass der/die Blogger/in nicht ganz fehlerfrei ist. Dass man nicht unbedingt einen leuchtend roten riesigen Monsterpickel im Close-Up zeigen möchte – geschenkt. Aber kleinere Pickel oder Hautunreinheiten – liebe Blogger, zeigt euch doch einfach, wie ihr seid!

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    1. Stephie

      Huhu Hana,

      du glaubst gar nicht, was die Leute alles stört, wenn ich mich danach richten würde, müsste ich vermutlich für jede Retusche fünf Stunden aufwenden 😀 . Die Frage nach dem Wegretuschieren von Muttermalen, Narben etc. finde ich in der Tat schwierig. Wenn ich die Deckkraft einer Foundation zeigen möchte, sind sie sogar sehr hilfreich, weil ich diese dann sehr gut demonstrieren kann, indem ich zeige, wie stark die Muttermale abgedeckt werden … allerdings stören sie bei Look (für mich) oft das Gesamtbild. Wie bei einem Bild, wirkt der Look oft (mMn) besser, wenn man eine ebenmäßige Leinwand hat. Bei Portraitfotos würde ich sie vermutlich auch nicht wegretuschieren (lassen), sie sind ja, wie du schon richtig sagst, ein Merkmal, das einen einzigartig macht.

      Dass du gerne Mascarakrümel usw. siehst, wundert mich wirklich. Bisher habe ich immer nur kritische Stimmen dazu gelesen. Wenn jmd z.B. unsauber lackierte Nägel oder unsauber aufgetragenen Lippenstift, Mascara zeigt, wird teilweise richtig mies darüber hergezogen (tlw. sogar öffentlich, in Foren o.ä.), ich war daher immer der Ansicht, dass die meisten Leser sowas als Nachlässigkeit/Faulheit werten. Man könnte ja schließlich auch einfach ein neues Foto machen bzw. retuschieren. Ich glaube, dazu höre ich mich mal bei meinen Bloggerkollegen und bei der Leserschaft um. Sehr spannend!

      Vielen Dank für deinen Denkanstoß!

      Liebe Grüße

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  4. Dani

    Ich weiß genau in welchem Raum meiner Wohnung wann und wo das Licht für was passend ist und wann nicht 🙂

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    1. Stephie

      Auch gut – ich nutze fast ausschließlich Kunstlicht, so habe ich immer gleiche Bedingungen.

      LG

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  5. kunterdunkle

    Und dann schielst du auf 98 von 100 Foto grenzdebil in die Kamera – läuft, kenne ich auch nur zu gut 😀

    Ich habe letztens zum ersten mal trockene Haut an den Fingern wegretuschiert [habe den Knopf im Picasa gefunden 😉 ], es ist niemandem aufgefallen und den Lack an sich habe ich nicht verändert, fand ich ok.
    Ansonsten schraube ich auch nur an der Belichtung, doch meist nicht mehr als „automatisch korrigieren“.
    Ich finde, viele Blogs sind inzwischen ZU professionell und machen jeder Werbeagentur die Show stehlen…dann sehe ich auch lieber Mascarakrümel und Pickelmale 😉

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    1. Stephie

      Bei Nagellackfotos retuschiere ich auch gerne mal einen Fussel weg … das stört mich nämlich TOTAL, wenn da ein dicker fetter Fussel mitten auf dem Lack ist 😀 . LG

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  6. ramonabeauty

    Sehe ich ganz genauso wie du! Ich habe nichts gegen Bildbearbeitung, aber das ganze sollte noch natürlich aussehen! Ich bearbeite i.d.R nur meine Produktfotos – heißt dass ich wie du – Helligkeit und Kontrast etwas anpasse. Meine AMu-Fotos bearbeite ich eigentlich kaum bis nie. Wenn dann retuschiere ich mal kleine Unreinheiten weg und das wars 🙂

    Und ja, ich kenne das Problemchen mit zig unbrauchbaren Bildern nur zu gut 😉

    Liebe Grüße
    Ramona

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  7. Elisabeth-Amalie

    Danke, dass du so ehrlich darüber sprichst. Also ich finde es auch immer ganz furchtbar, wenn Bilder so extrem bearbeitet sind. :/ Ich mag es viel lieber, wenn sie ganz natürlich wirken. 🙂 Minimale Bearbeitung ist da ja nicht verboten. 🙂
    liebst Elisabeth-Amalie

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  8. shalelyhamburg

    Oh ja, die Suche nach dem Foto, das kenne ich auch. Entweder ich schiele oder grinse komisch oder oder oder.
    Bearbeitung gibts bei mir auch in Form von Helligkeit, Kontrast, Weißabgleich und Zuschneiden. Ich versuche so wenig wie möglich zu ändern, aber trotzdem die Farben real darzustellen. Es nützt ja auch nichts, wenn man ein völlig unbearbeitetes Foto hat, aber die Farbe des Lidschatten so gar nicht der Realität entspricht.

    Ganz liebe Grüße

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  9. da_lindchen

    hach ja, das perfekte Foto…. wie viel Zeit es sparen würde, wenn man nur einmal abdrücken müsste! Hinterher 100 Bilder durchzuschauen und die brauchbarsten auszuwählen dauert jedes mal eeeewig -.- Ich dachte früher immer, irgendwann hat man den Dreh raus- aber irgendwie ist das auch nach 5 Jahren bloggen noch so. XD

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    1. Stephie

      Jaaa, ich blogge ja auch schon seit 2009 und es wird einfach nicht besser. Bei jedem Shooting ist immer noch 90% Ausschussware dabei XD. Liebe Grüße!

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  10. Blog vs. Realität | Cheana

    […] solltet ihr unbedingt bei folgenden Blogs vorbeischauen: Modern SnowwhiteFreaky like Gnui Sulfur and Cookies Lady Musja Generation Couture Obstgartentorte Lindchens World Cheana 09.02.: Moppis Blog 10.02.: […]

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  11. Moppis Blog - Aus Freude.

    Ja, haha, grenzdebiles Lachen, genau, von solchen Bilder habe ich auch unendlich viele. :-)) Ich bearbeite meine Bilder auch oft (Helligkeit usw.), aber meine Muttermale lasse ich so wie sie sind – Pickel kommen weg. 😉

    Eine tolle Blogparade und ich bin begeistert, was alle so zu erzählen haben und ich hoffe, mein Beitrag gefällt den anderen auch so gut.

    Liebe Grüße,
    Moppi

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  12. Beauty Ressort

    Hahahah, ich musste an einigen Stellen wirklich herzlich lachen! Vor allem das Doppelkinnproblem kenne ich nur zu gut 🙂

    Liebst,
    Nadine

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